Montag, 18. November 2019

Der Mann, der einen Flugzeugabsturz überlebte und Hölle und Himmel erlebte


Hier der Bericht von Mickey Robinson, der einen Flugzeugabsturz überlebte, Hölle und Himmel sah:
Ich habe noch nie jemanden getroffen, der mir jemals persönlich davon erzählt hatte, Gott oder etwas Übernatürliches zu kennen, außer historisch gesehen, was ich aus Geschichten aus der Bibel wusste. Ich habe nie eine Person getroffen, die mir von einer echten Beziehung zu Jesus erzählt hat. Ich wusste nie, dass es notwendig ist, durch Jesus wirklich in Beziehung mit dem Herrn zu treten. Ich war damit beschäftigt, im Leben voranzukommen!
 

Aber du weißt, dass es viele Abenteuer auf der Welt gibt. Um sie zu erleben, probierteich  immer mehr aus. Ich machte Sachen, die riskant waren, wie Skifahren und Fliegen. Fing an, Flugstunden zu nehmen und hatte viel Spaß beim Springen aus dem Flugzeug. Also wurde ich Sport-Fallschirmspringer. 
  Und das hatte mich wirklich gepackt, ich wurde besessen vom Fallschirmspringen. Es hat wirklich mein Leben in Anspruch genommen. Meine Existenz drehte sich um die 30 bis 60 Sekunden des freien Falls und die fünfminütige Fallschirmfahrt, und dann musste ich es wieder tun. Es war wie eine Droge, wie eine Sucht. Und dann, plötzlich, eines Nachts, änderte sich das alles.
I  ch saß auf dem Boden neben dem Piloten. Es war das Geräusch des Motors, der völlig lautlos wurde. Wir stürzten mit über 100 Meilen pro Stunde direkt nach unten ab. Wir flogen direkt auf eine riesige Eiche zu, aber wir trafen diesen Baum nicht. Das Flugzeug schlug auf den Boden und ging in Flammen auf.

Wenn man sich nur das Flugzeug ansah, könnte man denken, dass niemand überlebt hat.  Einer meiner Freunde war draußen und sah mich und den Piloten.

     Dieser Mann stürzte sich in die Flammen und packte mit bloßen Händen an meinem Fallschirmgurtzeug und riss es los. Das sind zweitausend Pfund Zugfestigkeit in jedem dieser Gurte. Er zog mich aus dem Flugzeug heraus und löschte das Feuer. 
  Sie brachten mich schnell ins Krankenhaus, offensichtlich war es schrecklich. Ich hatte eine Gehirnverletzung und Verbrennungen über einen großen Teil meines Körpers. Mein rechtes Auge war blind und ich hatte gewaltige Schnitte und diesen Schock vom Unfall. 
   Sie sagten meiner Familie, dass ich sterben würde.
Dann hatte ich hatte eine Erfahrung, von der ich noch nie gehört habe, und ich habe so etwas noch nie gehört. Als ich in diesem Zustand dort lag, in jeder erdenklichen Weise von Schmerz und Unbehagen gepackt, saß plötzlich mein innerer Mensch, das wahre Ich, mein Geist aus meinem Körper auf und ich konnte spüren, wie meine Beine durch die Federn des Bettes gingen. Und mein Geist kam aus meinem Körper heraus, als ob du einen Handschuh von deiner Hand nehmen würdest, und sofort war ich in der geistigen Welt. 
   Alles an der geistigen Welt ist realer als diese Welt. Die Farben sind heller. Die Kanten von allem sind schärfer. Die Emotionen werden nur verstärkt. Sie sind klarer. Das, was mich wirklich am meisten beeindruckte, war die völlige Abwesenheit des Bewusstseins der Zeit. Ich war mir der Ewigkeit völlig bewusst und es war schockierend, es war atemberaubend, bewusst zu sein und zu wissen, was Ewigkeit ist.
Auch Logik und Argumentation kommen nicht vor. Basierend auf der Summe aller meiner intelligenten Gedanken, die ich gelernt habe: Ich hatte einen Tod und jetzt bin ich in der Geisterwelt. Es ist, als wüsstest du einfach nur.  Aber dann gleichzeitig zu meiner rechten Seite konnte ich etwas spüren und ich schaute und da war diese Schwärze
  Als ich diese Schwärze betrachtete, war ich mir sofort ihrer vollständigen Natur bewusst. Sie war ohne Leben, abgeschnitten von der Quelle allen Lebens. Es war schrecklich. Und ich schrie aus meinem Geist heraus: "Es tut mir leid, ich will leben! Gib mir noch eine Chance!" Und im nächsten Augenblick stand ich in der Gegenwart des allmächtigen Gottes.

Video:  heaven and hell




Donnerstag, 10. Oktober 2019

Drei Wimpernschläge vom Tod entfernt




Wann wird sich ein Mensch der eigenen Sterblichkeit bewusst? Vermutlich das erste Mal, wenn er oder sie mit dem Thema Tod etwas persönlicher konfrontiert wird. Bei mir geschah dies im Alter von etwa fünf Jahren.

Mein gleichaltriger Freund Elmar und ich hatten beschlossen, von unserer Siedlung rüber auf die große Wiese zu wechseln. Als wir die dazwischen liegende Dorfstrasse erreichten, blieb ich stehen, da ich von links ein Auto herannahen sah. Erster Wimpernschlag!
    Zu meiner großen Überraschung und jähem Entsetzen sah ich meinen Freund die Fahrbahn betreten. Zweiter Wimpernschlag!  Und dann ging alles ganz schnell. Als Elmar das mit hoher Geschwindigkeit herankommende Fahrzeug gewahr wurde, rannte er los. Genau dorthin, wohin der Wagen inzwischen auch unterwegs war. Der Zusammenprall schien unvermeidlich. Dritter Wimpernschlag!
    In höchster Not schrie ich: “ELMARRR!!!“, woraufhin er abrupt stoppte und wendete. Wiederum dorthin, wo nun seinerseits der Fahrer vorbeizukommen versuchte. 
    Elmar entging um Haaresbreite – und das kann man bildlich nehmen – dem Tode. Der Fahrer „entkam“ mit quietschenden Reifen und noch einmal richtig Vollgas gebend.

Für einige Sekunden standen Elmar und ich schwer geschockt da. Dann trennten wir uns wortlos und gingen heim. Wir hatten beide kurz dem Tode ins Auge geblickt. begriffen wie schnell alles vorbei sein kann. Gleichzeitig hatte zumindest ich  intuitiv verstanden, dass irgendetwas - vielleicht eine höhere Macht - Elmar beschützt hatte. 

    Denn eigentlich war es vollkommen ausgeschlossen gewesen, dass er aus dieser Sache  heil und unbeschadet  herausgekommen war. Es war definitiv ein Wunder gewesen!

Mittwoch, 20. Juni 2018

Die fünf Wolken

  
                                      
Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, deshalb glaubst du. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben! 
 
Alles begann an einem ganz normalen Montagmorgen mit einer Nachrichtenmeldung im Radio: „Bei Ausgrabungen in Zentralafrika haben Forscher einen sensationellen menschlichen Knochenfund gemacht. Das Alter des gut erhaltenen Skeletts wird nach Untersuchungen mit der sogenannten C-14 Methode, einem recht zuverlässigem Verfahren, auf etwa 30 000 Jahre geschätzt. Es ist somit der bislang älteste archologische Nachweis menschlicher Existenz.“
     Ich hatte meine häusliche Arbeit unterbrochen und starrte fassungslos das Radio an. Der Nachrichtensprecher war mittlerweile schon bei der nächsten Meldung, aber ich hörte nicht mehr hin. Als wäre eine Lawine losgetreten worden, begannen Gedanken durch meinen Kopf „talabwärts“ zu rasen.
      Ein 30 000 Jahre alter menschlicher Knochenfund? Wie ist das möglich? ... Laut Bibel lebten Adam und Eva vor ca. 6500 Jahren. ... Aber die C-14 Methode ist zuverlässig! ... Bin ich mit meinem Glauben einer Illusion aufgesessen, ... in einer Sekte gelandet, wie mein Eltern behaupteten?
       Ich versuchte meinen Gedankenstrom zum Stoppen zu bringen: Reiß dich zusammen! Versuch in Ruhe nachzudenken! Aber die „Lawine“ rollte noch eine Weile weiter. Erst nachdem ich mich in meinen Lieblingssessel fallen gelassen hatte, kam sie zum Stoppen.
                                                          
Mir war völlig klar, dass gerade etwas Einschneidendes geschehen war. Und ich nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen konnte. Wenn die Nachrichtenmeldung stimmte, und daran bestand für mich nicht der geringste Zweifel, hatte ich ein ernstes Problem.
       Nach einer kleinen Weile erhob ich mich wieder aus meinem Sessel und begann im Zimmer auf- und abzugehen. Ich versuchte mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Okay, was ist das eigentliche Problem?
      Nun, das lag auf der Hand: In der Gemeinde wird gelehrt, dass die ganze Bibel Gottes Wort ist und somit keine Unwahrheiten enthält. Danach existiert die Menschheit seit ca. 6500 Jahren! Wie aber ist das mit einem 30 000 Jahre alten menschlichen Knochenfund vereinbar?
       Die "Gedankenlawine" begann sich wieder in Bewegung zu setzen. Panikartig dachte ich: Ich muss raus aus der Wohnung! Kurz entschlossen zog ich mir die Jacke über und ging Richtung Haustüre. Pastor Maurice aus Ghana kam in den Sinn. Er kam seit einiger Zeit regelmäßig ins Jesushaus und wir hatten uns ein wenig angefreundet. Ja, dachte ich, den suche ich jetzt auf und erzähle ihm die ganze Sache. Vielleicht weiß der ja einen Rat
       Unten an der Strasse angekommen überlegte ich, ob ich den Bus nehmen sollte. Dann aber entschied ich mich doch für einen kleinen Fußmarsch. Ein wenig frische Luft würde mir vielleicht gut tun.
                                              
Als ich noch ganz in der Nähe meiner Wohnung durch ein kleines Wäldchen kam, fiel mir plötzlich ein, dass ich ja vielleicht beten könnte. Schließlich hieß es doch in der Bibel: „Rufe mich an in der Not, und ich werde dich erretten!“ Aber sofort meldete sich der Zweifel: Du willst zu einem Gott beten, der vielleicht gar nicht existiert?
       Ich schob den Gedanken beiseite und betete: "Du weißt, was geschehen ist! Ich habe auf einmal große Zweifel am Glauben. Bitte hilf mir!" Das ist absurd! maulte der Zweifel erneut. Ich ignorierte ihn einfach und ging weiter.
   Aus dem Wäldchen kommend gelangte ich auf einen Weg, der mich an Feldern und Wiesen vorbeiführte. Ich war ihn schon einige Male zuvor gegangen, aber an diesem Morgen hatte ich keinen Blick für diese idyllische Landschaft. Und auch der strahlend blaue Himmel mit einigen wenigen Schäfchenwolken vermochte mich nicht aufzuheitern. Langsam und müden Schrittes bewegte ich mich auf den sich am Horizont abbildenden Wald zu. Dort setze ich mich erst einmal auf die alte Bank, dachte ich. 
                                                     
Ich befand mich vielleicht noch etwa fünfzig Meter vom Waldrand entfernt, als ich zu meinem Bedauern feststellen musste, dass die dort aufgestellte Holzbank besetzt war. Ein älteres Pärchen saß schweigend darauf und genoss das sonnige Wetter. Mist!, dachte ich, denn eigentlich wollte ich hier ein kleine Pause einlegen. Warum müssen die ausgerechnet jetzt da sitzen?
      Als ich vielleicht noch zehn Meter von der Bank entfernt war und mich in den Wald begeben wollte, standen die Beiden auf einmal abrupt auf. Sekunden später verschwanden sie im Wald.
     Ich war verdutzt stehen geblieben. Als ob sie einen inneren Befehl erhalten hätten, dachte ich kurz. Dann ließ ich mich kraftlos auf die Bank fallen und streckte alle Viere von mir. Nur kleine Verschnaufpause!, dachte ich. Dann geht`s weiter!
 
       
Die Originalbank, 30 Jahre später fotografiert



    So saß ich einige Minuten regungslos auf der alten, hölzernen Bank und empfand beinahe schmerzlich eine tiefe, innere Leere. War wirklich alles in den zurückliegenden Monaten eine Illusion gewesen? Hatte ich mir selber etwas vorgemacht?
 
Ich hatte schon eine ganze Weile ohne großes Interesse in die sich vor mir ausbreitende Landschaft geschaut. Gelegentlich schweifte der Blick auch himmelwärts. Eigentlich ein richtig schöner Tag, Wenigstens wettermäßig, dachte ich.
       Mein Blick ruhte nun leicht schläfrig auf eine kleine Ansammlung von kleinen, weißen Wölkchen am ansonsten fast strahlend blauen Himmel. Sehen ja fast wie Buchstaben aus, dachte ich. Schaute wieder weg, Dann erneut hin. Wolken wie Buchstaben, dachte ich fast schon etwas amüsiert. Und schaute neugierg geworden etwas genauer hin.
      Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Ungläubig starrte ich in den Himmel. Das gibt`s doch nicht!, dachte ich bestürzt. Aber es bestand kein Zweifel! Am Himmel waren in lockerer Form fünf kleine Wolken nebeneinander wie Buchstaben aufgereiht. Ein Wort stand so deutlich sichtbar am Himmel geschrieben. Es war der Name: J e s u s
                                                          
Ich war von der hölzernen Bank aufgestanden und betrachtete ungläubig das Wolkengebilde am Himmel. Kann das wirklich sein? Ich setzte meine Brille ab und schaute, ich setzte sie wieder auf und schaute. Es bestand kein Zweifel . Dort oben am Himmel war eindeutig des Wort J e s u s lesbar.
       Mir fiel ein Bibelvers aus der Apostelgeschichte ein: In keinem anderen Namen (als dem Namen Jesus) unter dem Himmel ist das Heil ...
     Ja, da und da stand nun dieser einzigartige Name deutlich lesbar am Himmel. Unwillkürlich fragte ich mich: Ob dies jetzt auch Andere sehen? Nein, dachte ich, vermutlich nicht!
        Mal abgesehen davon, dass ich mich völlig alleine auf weiter Flur befand, würde ein anderer Blickwinkel das Ergebnis wahrscheinlich verändern. Und wenn nicht, dann käme vermutlich niemand auf die Idee, Wolken am Himmel zu betrachten. Dieses Zeichen war ganz alleine für mich!
      Und jetzt?, dachte ich auf einmal, wie soll ich denn jetzt damit umgehen? Wieder fiel mir ein Bibelvers ein. Als Gott aus dem brennenden Dornbusch heraus zu Moses sprach, sagte er: Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden
      Und so kniete ich nieder und dankte Gott, auf die fünf Wolken blickend, für diese große Offenbarung. Danach stand ich auf, drehte mich schnell um und ging, ohne noch einmal zurückzublicken, in den Wald hinein.
                                                 
Wenig später saß ich Pastor Maurice aus Ghana gegenüber und erzählte ihm die ganze Geschichte von der Nachrichtenmeldung bis hin zu meinen meinem „Wolkenerlebnis“. Er hörte mir, ohne eine Miene zu verziehen, ruhig zu. Dann stand er auf, holte eine Bibel herbei, und sagte: „Ja, das war eine Offenbarung Gottes. In der Bibel gibt es einige Stellen, wo Gott sich in den Wolken offenbart. Zum Beispiel im zweiten Buch Mose ...“
      Er las mir noch einige andere Beispiele aus seiner Bibel vor, in denen von Gott und den Wolken die Rede war. Sie waren eigentlich nur sehr entfernt mit meinem Erlebnis verwandt, zeigten aber, dass Gott sich gelegentlich auf sehr direkte Weise Menschen offenbarte. Jedenfalls wenn man den Erzählungen der Bibel glaubte!
 
"Danke, Maurice!“, sagte ich beim Abschied. Ich hatte zwar der Bestätigung aus seinem Munde nicht mehr unbedingt bedurft, - denn mein Wolkenerlebnis sprach sozusagen für sich selber- aber seine Worte hatten trotzdem gut getan.
     Mir war es nun auch ziemlich egal, dass man 30 000 Jahre alte menschliche Knochen gefunden hatte: Na und?!, dachte ich. Was hat das jetzt noch für eine Bedeutung? Gott hat mein Gebet beantwortet und mir ein großes Zeichen gegeben. Das alleine zählt!
      Guten Mutes trat ich wieder meinen Heimweg an. Der Zweifel war endgültig besiegt. Mein Glaube war wieder zur Gewissheit geworden! Gott sei Dank!

Ein außergewöhnliches Nachterlebnis


Eine der seltsamsten Begebenheiten meines Lebens geschah im Herbst des Jahres 1985. Also nur einige Monate nach jenen dramatischen Ereignissen, die letztlich zu meiner Bekehrung zum christlichen Glauben geführt hatten.

In jenen Herbsttagen wurde mir eines Morgens beim Bibellesen klar, dass es in den Anfängen des Christentums die sogenannte Erwachsentaufe gegeben hatte. Also diejenigen, die neu zum Glauben gekommen waren, ließen sich taufen. Hm, dachte ich, wenn das früher so war, warum ist das heute eigentlich nicht mehr so? 

   Zwei Tage später fiel mir im Jesushaus eine Bekanntmachung an der Türe des Gemeindebüros auf: "Am kommenden Sonntag, den ... , findet in der Grevenbroicher Kapelle wieder eine Erwachsenentaufe statt. Interessierte bitte im Büro bei Eva melden!" Wie sich herausstellte, handelte es sich tatsächlich um jene "urchristliche Erwachsenentaufe", von der ich zuvor in der Bibel gelesen hatte. Ich meldete mich spontan an.

Samstag nachmittags fand dann im Gemeindebüro für alle Täuflinge ein „Taufseminar“ statt, wo wir von einem Ältesten der Gemeinde über den Sinn der Taufe aufgeklärt und auch praktisch für den nächsten Tag vorbereitet wurden.

    Danach nahm ich noch am Abendgottesdienst teil und kam erst gegen Mitternacht, reichlich geschlaucht und mit leichten Kopfschmerzen, nach Hause. Ich legte mich sofort Schlafen. 
    Etwa eine Stunde später wachte ich auf und war im Nu hellwach. Ich wusste ohne irgendeinen Zweifel, dass sich jemand im Raum befand. Die Gegenwart dieser Person war so stark spürbar, dass ich weder die Augen zu öffnen noch mich zu bewegen wagte. 
    Instinktiv ging mir ein Gedanke durch den Kopf: Freund oder Feind? Im nächsten Moment berührte mich kurz und sanft eine Hand an der Stirn. Augenblicklich begann mich von Kopf bis Fuß ein warmer, wohliger Friedensstrom zu durchfluten. Und dann spürte ich, dass ich wieder alleine war. 
    Als ich die Augen öffnete und im fahlen Halbdunkel umherschaute, konnte ich nichts Ungewöhnliches entdecken. Niemand war da und nichts im Zimmer hatte sich verändert. Nichts zeugte von einiger vormaligen Anwesenheit einer anderen Person, außer – der mächtige Friedensstrom in mir.

Ich lag danach noch einige Zeit wach und dachte über das Geschehene nach. Ganz offensichtlich hatte es sich um einen Freundschaftsbesuch gehandelt. Denn ein Feind hätte mir wohl kaum eine solche innere Erquickung geschenkt. 

   Aber wer war es gewesen? Nun, ganz offensichtlich hatte es sich nicht um einen anderen Menschen gehandelt. Wie hätte er oder sie zwei Mal unbemerkt durch ein geschlossenes Fenster oder eine abgeschlossene Haustüre kommen können? Und selbst wenn, wie hätte eine menschliche Berührung einen solchen Friedensstrom auslösen können? 
   War es ein Engel oder vielleicht sogar Jesus selber gewesen? fragte ich mich. Der Gedanke, dass Jesus selber mich besucht haben könnte, schien mir schon etwas vermessen. Aber warum eigentlich nicht? Schließlich wollte ich mich ja am nächsten Tag auf seinen Namen taufen lassen. 
  Wie dem auch sei! dachte ich, morgen wird ein anstrengender Tag und ich muss jetzt schlafen. Und so drehte ich mich wieder zur Seite und schlief kurz darauf wieder ein.

Das Wunder über dem Schloßpark


Nach meiner Bekehrung (1985) versuchte ich mit großer Begeisterung meine Freunde von der Richtigkeit und Wichtigkeit des christlichen Glaubens zu überzeugen.
  Insbesondere bei Jürgen, der in meiner Bekehrungsgeschichte ja eine gewichtige Rolle gespielt hatte, gab ich mir alle erdenkliche Mühe.  Aber es kam am Ende jedes Gespräch immer wieder die gleiche Reaktion: "Alles Quatsch! Es gibt nur die Natur und sonst gar nichts!"
    Irgendwann begann ich zu begreifen, dass ich ihn durch meine Geschichten und Argumente vermutlich nicht überzeugen würde. Sein Alles ist Natur - Glaube war einfach zu fest verankert in ihm. Ein Wunder, dachte ich, er muss ein Wunder erleben. Dann wird er sich bekehren! 
Einige Zeit danach waren wir samstags um die Mittagszeit herum bei mir zuhause verabredet. Wir wollten einen Spaziergang im schön gelegenen Schlosspark machen. Aber es goss wie aus Kübeln. Als er bei mir eintraf, sagte er gleich: "Also, das mit dem Spaziergang können wir wohl vergessen!" Ich entgegnete: "Nun lass uns doch erst einmal abwarten! Vielleicht hört es ja gleich wieder auf zu regnen." Und so kochte ich uns einen Tee, den wir dann, jeder in seinen eigenen Gedanken versonnen, in der Wohnstube tranken.
     Nach einer Weile stand Jürgen auf und ging ans Fenster. "Nee", sagte er, "das gibt heute nichts mehr!" Er drehte sich um  und setzte sich wieder in den Sessel. "Hör mal", sagte ich, " ich möchte Dir einen Vorschlag machen! Wärst du einverstanden, wenn ich für besseres Wetter beten würde?"
   Er schaute mich mit einem erstaunten Gesichtsausdruck an: "Ist das jetzt dein Ernst?" "Ja!", entgegnete ich," und du wirst sehen, dass es aufhören wird zu regnen. Also, bist du einverstanden, dass ich bete?" Einen Moment lang schaute er mich ungläubig an, dann sagte er lachend: "Meinetwegen! Wenn ich nicht mitbeten muss!"
    Ich konzentrierte mich für einen kurzen Moment und dann begann ich laut zu beten: "HERR, du siehst, dass Jürgen und ich einen Spaziergang im Schlossgarten machen wollen. Für dich ist es ein Leichtes, den Regen zu stoppen und uns besseres Wetter zu schenken. Und genau darum möchte ich dich jetzt bitten. Amen!"
    Während ich betete hatte Jürgen tatsächlich still, fast andächtig,  daneben gesessen. Jetzt sagte er: "Da bin ich jetzt aber mal gespannt!" "Du wirst sehen", sagte ich, "Gott wird ein Wunder tun! Komm, lass uns fahren!"
Es regnete nach wie vor in Strömen. So stark, dass die Scheibenwischer an Jürgens Wagen wiederum alle Mühe hatten klare Sicht zu schaffen. Angesichts der Tatsache, dass weiterhin eine tiefdunkle Wolkendecke über uns hing, hätte mir aller Mut abhanden kommen können. In wenigen Minuten würden wir den Schlosspark erreichen und wie sollte sich in so kurzer Zeit noch ein Wetterwechsel vollziehen?
     Schweigend saß ich neben Jürgen auf dem Beifahrersitz und hing meinen Gedanken nach: Egal wie es aussieht. Ich habe ernsthaft gebetet und ich glaube an ein Wunder! Es wird, es muss geschehen! Schließlich geht es ja um mehr  ... wenn er ein Wunder sieht, wird er sich bekehren!" Verstohlen blickte ich zu Jürgen hinüber. Aber der blickte konzentriert nach vorne. Schließlich bogen wir in die Straße ein, die direkt zum Schlosspark führte.
  
Als wir auf den Parkplatz fuhren, ließ der Regen urplötzlich nach. "Sieht so aus, als ob der Regen nachlässt!", sagte ich so beiläufig wie möglich. "Ja", entgegnete er ebenso beiläufig, "sieht so aus!" Er parkte den Wagen ein und wir stiegen aus.
    Jetzt tröpfelte es nur noch und ich konnte meine Erleichterung und kaum noch verbergen:"Sieht so aus, als Gott mein Gebet erhört hat!" Er schaute mich verblüfft an und lachte dann. Ich fragte nach: "Warum lachst du? Ist das nicht offensichtlich?" Aber er gab keine Antwort.
    Und in diesem Moment sah ich etwas, was mir geradezu den Atem verschlug: "Jürgen, sieh mal!" Mit meinem Finger zeigte ich in Richtung des Himmels, meinen Augen kaum trauend. Über dem Park, und nur über ihm, war die dunkle Wolkendecke aufgerissen. Ein Stückchen Himmelsblau und die Sonne wurden sichtbar. Ich lachte fröhlich: "Na, du alter Zweifler, glaubst du nun, dass Gott ein Wunder getan hat?"
   Er schaute mich ungläubig an und fragte zurück :"Wieso?" ich blieb abrupt stehen. "Du fragst Wieso? Hört es nicht auf zu regnen? .... Bist du blind? Überall die dunkle Wolkendecke, nur über dem Park ein Stück blauer Himmel und Sonnenschein! Das ist das Wunder, um das ich gebeten habe!" Jetzt lachte er und schüttelte den Kopf: "Das ist purer Zufall! Sonst nichts!"
    Ich konnte es nicht fassen: "Wie kannst du sagen, dass das nur ein Zufall ist. Du warst dabei, als ich für gutes Wetter gebetet habe. Und jetzt ist genau über dem Park", ich wies mit der rechten Hand in den Himmel, "ein blauer Himmel. Und schau dich um." Ich drehte mich langsam um meine eigene Achse und fuhr mit der Hand den restlichen Himmel ab, "ansonsten nur dunkle Wolken.  Das ist das erbetene Wunder. Das mußt du doch anerkennen!?" Er blieb unbeeindruckt. "Nein, das ist nur ein Zufall, wie es gelegentlich schon mal geschieht! Komm, lass uns in den Park gehen!"
Tatsächlich wanderten wir zwei Stunden bei Sonnenschein im Schlosspark umher. Die dunklen Wolken über den Rest der Stadt blieben die ganze Zeit sichtbar. Natürlich brachte ich die Sprache noch einmal darauf: "Jürgen, wieso kannst du das nicht als ein Wunder akzeptieren? Es ist doch völlig offensichtlich, dass da ein Zusammenhang zwischen meinem Gebet und dem Sonnenschein hier über dem Park besteht!"
   Er blieb stehen: "Nein!", entgegnete er, "das ist einfach nur Zufall gewesen!" "Aber könnte es denn nicht auch das Handeln Gottes gewesen sein?", versuchte ich ihm eine "Brücke" zu bauen. "Nein!", sagte er, "denn es gibt keinen Gott!"

Nachdem wir uns später am Ausgang des Schlossparks getrennt hatten, nahm ich mir noch etwas Zeit zum Nachdenken. Ich habe so viel über den Glauben und meine Erlebnisse erzählt. Und nun hat er ein waschechtes Wunder erlebt. Aber er war nicht im Geringsten berührt davon. Mit einem Mal hatte ich so etwas wie eine Ahnung, dass er möglicherweise nie zum Glauben an Jesus finden würde. Traurig ging ich los!